Kultursauerampfer

lat. Rumex acetosa

Englisch: Common sorrel

Schwachzehrer

Geschichte

Der Kultursauerampfer (Rumex acetosa) ist ein ausdauerndes und recht anspruchsloses Kraut aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Sauerampfer von einfachen Bauern als Heil- und Nahrungsmittel verwendet. Ihren Namen erhielt die Pflanze wegen des sauren und bitteren Geschmacks. Als kulturelles Wissen gilt, dass das mittelhochdeutsche Wort „amper“ heute „sauer, scharf, bitter“ bedeutet. Wegen seiner Vorliebe für feuchte Standorte wurde der Gattungsname „Rumex“ gewählt, der aus dem Griechischen stammt und „Fluss“ bedeutet. Der Artnamen „acetosa“ kommt vom lateinischen „acetum“, was Essig bedeutet.

Als geschichtliches Wissen gilt zu vermelden, dass die Griechen, Römer und Mönche im Mittelalter Ampfer anbauten und ihn als kühlendes und Stuhltreibendes Mittel bei Verstopfung einsetzten. Als weiteres geschichtliches und kulturelles Wissen kann von dem italienischen Arzt und Botaniker Petri Andreae Matthioli berichtet werden, der im 16. Jahrhundert die kühlende Wirkung des Sauerampfers beschrieb. Er empfahl es sogar als wirksames Mittel gegen das Pestfieber. Der Stadtarzt von Bern, Otto Brunfels, empfahl Sauerampfer bei Zahnschmerzen und gegen Juckreiz. Noch heute wird ein Sud aus Sauerampfer bei Entzündungen des Zahnfleischs und der Mundschleimhaut und bei Hauterkrankungen mit Juckreiz eingesetzt.

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 2,3 g
Fett 0,4 g
Kohlenhydrate 2,0 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 2,6 g
Kalorien 22,0 kcal / 92,0 kJ

Gesundheit

In Sauerampfer sind etwa 3,2 g Eiweiß, 1,2 g Kohlenhydrate, 2 g Ballaststoffe, etwa 0,8 g Mineralstoffe (Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen, Mangan), reichlich Provitamin A und Vitamin C, Oxalsäure, Kieselsäure, Gerbstoffe, Flavonoide und Rumicin enthalten. Die Wirkstoffe können beim Abführen, bei der Entgiftung, der Blutreinigung, der Wundheilung und zur Anregung des Appetits eingesetzt werden. In der Homöopathie wird er gegen Husten, Krämpfe und Hautleiden eingesetzt.

Die jungen, frischen Blätter werden als Küchenkraut benutzt. Die Blätter erhalten durch die Oxalsäure den sauren, bitteren Geschmack. Bei der Trocknung der Blätter geht die Würzkraft zum größten Teil verloren. Die Blätter des Kultursauerampfers werden als Frühjahrsgemüse, in Suppen, in Salaten, als Kräuterfüllung für Omeletts und vieles mehr verwendet.

Vermehrung

Um Kultursauerampfer zu vermehren wird das Saatgut an der Pflanze trocknen gelassen. Wenn es braun verfärbt ist, kann es geerntet werden. Das Saatgut wird dann weiter getrocknet. Es sollte ein Tuch untergelegt werden, damit ausfallende Samen aufgefangen werden können. Eine andere Art der Vermehrung ist die Teilung der Pflanze im Frühjahr.

Klima

Die Pflanzen bevorzugen einen feuchten, halbschattigen bis sonnigen Standort. Sie sind winterhart und gedeihen auf kalkarmem, mäßig nährstoffreichem Boden.  Sauerampfer ist in ganz Mitteleuropa, Eurasien und Nordamerika auf Wiesen und Grasplätzen zu finden.

Ernte

Die jungen, zarten Blätter des Kultursauerampfers schmecken am besten. Sie können einfach von den Pflanzen mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Für Aufgüsse werden die Sauerampfer-Pflanzen vor der Blütezeit dicht über dem Boden abgeschnitten. Sie werden dann gebündelt und an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Dabei muss wegen des hohen Wassergehalts des Sauerampfers auf Schimmelbildung geachtet werden. Um einen Aufguss zur Blutreinigung und Frühjahrs Kur, bei Hauterkrankungen und als Gurgel Lösung zu erhalten, gibt man 250 ml heißes Wasser auf ein bis zwei gehäufte Teelöffel getrocknetes Sauerampfer Kraut und lässt das Gemisch zehn Minuten ziehen. Die Tagesdosis von zwei Tassen sollte nicht überschritten werden. Der Aufguss kann auch zu Waschungen der Haut oder als Gurgel Lösung für entzündetes Zahnfleisch verwendet werden.

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