Ysop/Essigkraut/Eisenkraut

lat. Hyssopus officinalis

Englisch: Hyssop

Schwachzehrer

Geschichte 

Ysop, auch Eisenkraut oder Essigkraut genannt, gehört zu den Lippenblütlern. Seine duftenden und dekorativen Blüten sind bei Bienen sehr beliebt, weshalb er auch als Bienenkraut bekannt ist. Man findet die Pflanze an Standorten mit trockenem, leicht kalkhaltigem Boden. Ysop wächst als Halbstrauch, wird zwischen 50 und 80 cm hoch und ist mehrjährig. Seine Heilwirkung ist seit langer Zeit bekannt. Selbst Hildegard von Bingen sammelte viele Informationen über die Wirkungsweise und die verschiedenen Anwendungsbereiche, sodass auch heute noch kulturelles Wissen weitergegeben werden kann. 

Gesundheit 

Geschichtliches und kulturelles Wissen und darauf basierende Informationen über die Heilwirkung von Ysop findet man bereits in Zeiten des frühen Mittelalters. Dort wurde es als Gewürz- und Heilkraut in Klostergärten angepflanzt. Das Eisenkraut ist antibakteriell und antioxidativ. Die schleimlösende Wirkung macht es zu einem bewährten Mittel bei Husten und Entzündungen im Rachenraum. Weiter wird es bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit angewandt. 

Vermehrung 

Das Saatgut kann durch Direktsaat ausgebracht werden, allerdings sollte dies nicht vor Mai geschehen. Eine Vorzucht im Haus ist ab Mitte März möglich. Eine leichte Bedeckung mit Erde reicht dem Saatgut aus, um sich zu entwickeln, da es sich bei Ysop um einen Lichtkeimer handelt. Auch die Vermehrung durch Stecklinge und Absenker ist gut möglich. 

Klima 

Ysop mag es vollsonnig, warm und windgeschützt. Seine Frostresistenz ermöglicht es jedoch, dass das Kraut auch in raueren Lagen gedeiht. Es sollte im Winter trotzdem ein Kälteschutz angebracht werden, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen und im nächsten Frühling wieder in voller Pracht erblühen können. An den Boden hat Hyssopus officinalis keine großen Ansprüche. Er ist ein Schwachzehrer und kommt gut mit eher trockener Erde klar. 

Ernte 

Geerntet werden kann die ganze Wachstumsperiode über. Der perfekte Erntezeitpunkt der Pflanzen ist jedoch kurz vor und während der Blüte, was meist im Juni der Fall ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Zum Ernten werden einzelne Triebe vorsichtig abgeschnitten. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar und können frisch oder auch im getrockneten Zustand zum Würzen von Speisen eingesetzt werden.

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