Winter Rettich – Runder schwarzer Winter

lat. Raphanus sativus var. niger

Englisch: Winter radish

Mittelzehrer

Geschichte

Rettiche sind Kreuzblütler und kulturelles Erbe aus dem Altertum. Die scharfen Pflanzen wurden 2 500 Jahren vor Christus in Ägypten geschätzt. Der Winterrettich „Runder schwarzer Winter“ (Raphanus sativus) ist ein einjähriges Knollengemüse, welches unterirdisch eine runde, schwarze Knolle ausbildet. Das Fleisch des Winterrettichs ist Weiß. Die grünen Blätter der Pflanzen sind kräftig gezahnt. In alten Schriften gibt es Informationen darüber, dass der Schwarze Rettich bereits im 9. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum angebaut wurde.

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 2,0 g
Fett 0,0 g
Kohlenhydrate 5,0 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 1,2 g
Kalorien 28,0 kcal / 117,0 kJ

Gesundheit

Rettichsaft ist ein uraltes Heilmittel, welchen schon die Völker der Antike bei Gallenleiden und Leberbeschwerden nutzten. Weiterhin wirkt er harntreibend und regt die Nierentätigkeit an. Der Saft wirkt schleimlösend bei Erkältungen. Verantwortlich dafür sind die schwefelhaltigen Glucosinolate, wie Glukoraphain, Senfölglykosid und Raphanol. Laut Informationen der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ senken Glucosinolate das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen.

Ein geschichtliches Rezept gegen Keuchhusten besteht aus der Mischung von Honig mit Rettichsaft. Rettiche beinhalten die Vitamine B1, B2 und C. 100 g Rettich beinhalten gerade mal 15 kcal. Rettichsaft wird sehr einfach gewonnen. Die Knolle wird ausgehöhlt und mit einer kleinen Öffnung nach unten versehen. Die Höhlung wird mit Zucker aufgefüllt. Wenn der Rettich jetzt auf ein Glas oder Becher gestellt wird, kann der Saft nach unten abfließen.

Hervorragend schmeckt der Rettich roh, als Salat oder Aufschnitt. Er besitzt eine angenehme, kräftige Schärfe, die mit ein wenig Salz noch milder wirkt. Magenempfindliche Menschen sollten nicht zu viel der schwarzen Knolle verzehren, da er „schwer im Magen liegen“ kann. Als altes, kulturelles Gemüse hat sich der Winterrettich einen Namen gemacht. Dabei schmeckt nicht nur die Knolle herrlich scharf. Probieren Sie die Blätter als Würze für Salate, Smoothies und Suppen!

Vermehrung

Ab Anfang Juli bis Mitte August erfolgt die Aussaat des Winterrettichs ins Freiland. Das Beet sollte nicht frisch mit Mist gedüngt sein, da das madige Rettiche zur Folge hätte. Auf reinem Sandboden bilden sich zu harten Knollen. Der optimalste Reihenabstand beträgt 25 cm. Die Körnchen werden nur 1 cm dick mit Erde bedeckt. Innerhalb der Reihe wird das Saatgut dünn ausgesät und später auf 15 cm vereinzelt. Nach ca. 5 bis 6 Tagen keimt die Saat bei 12 bis 20 C°. Richtig gelagertes Saatgut bleibt 3 Jahre keimfähig. Geerntet wird nach ca. 100 Tagen. Hohe Stickstoffgaben führen zu hohlen Rettichen. Steht die Saat zu eng, so bilden sich lange, „dünne Schwänze“. Der Winterrettich „Runder schwarzer Winter“ eignet sich hervorragend zum kühlen, frostfreien Einlagern in Sand oder in der Erdmiete.

Klima

Winterrettiche lieben einen sonnigen, nicht zu trockenen und heißen Standort. Sie vertragen sich gut mit Salat, Porree und Spinat. Die Nachbarschaft von anderen Kreuzblütlern mögen sie nicht. Tierische Plagegeister, die den Knollen zusetzen können sind: Erdflöhe, Kohlfliegen und Rettichfliegen. Die Sorte wird selten pelzig.

Ernte

Im Oktober erfolgt die Ernte. Starker Frost beschädigt die Knollen. Diese dürfen nicht eingelagert oder eingemietet werden. In Sand aufbewahrt, werden sie nicht pelzig und welk und können bis April ausharren. Die schwarzen Knollen schmecken unausgewachsen am besten.

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