Rettich – Blauer Herbst und Winter

lat. Raphanus sativus var. niger

Englisch: Radish

Mittelzehrer

Geschichte

Bereits die Ägypter und Griechen kannten den dunklen Winterrettich und wussten über seine Heilkräfte Bescheid. Sein gesunder Saft wurde schon von den Pharaonen als Medizin verwendet. In der Jetztzeit wird er hauptsächlich für die Einlagerung angebaut, verschwand kurze Zeit vom Speiseplan, um in den letzten zehn Jahren ein Comeback zu feiern, da es modern wurde, alte Gemüsesorten wieder neu zu entdecken. Vor allem Biobauern nutzen geschichtliches und kulturelles Wissen und bieten das rustikale Gemüse ab Herbst auf den Bauernmärkten an. 

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 1,1 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 2,4 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 1,2 g
Kalorien 16,0 kcal / 67,0 kJ

Gesundheit 

Um die antioxidative Wirkung des Rettichs zu medizinischen Zwecken zu nutzen, werden die Rüben mittels Beigabe von Zucker entsaftet. Informationen zu den Inhaltsstoffen: Schwarzer Winterrettich ist reich an Vitamin C und enthält Mineralstoffe wie Magnesium, Selen und Kalium. In der Naturheilkunde wird der Saft des schwarzen Rettichs als Trinkkur verabreicht und hilft aufgrund seiner schleimlösenden und antibakteriellen Wirkung gegen Husten, Gallenbeschwerden, Rheuma oder Gicht. Reinigend wirkt der Rettichsaft auf Magen, Darm sowie Nieren und Leber und wird gerne verwendet, um den Körper zu entgiften. 

In der Küche wird dunkler Rettich in Gemüsesuppen mitgekocht, zum Verfeinern von Salaten roh geraspelt oder fein geschnitten und verleiht Speisen aufgrund seiner typischen Schärfe, welche von den enthaltenen schwefelartigen Senfölen herrührt, einen zusätzlichen Kick. Um die Schärfe des Rettichs zu mildern, wird er eingesalzen oder in Wasser bzw. Essig eingelegt. Japanische Köche schwören jedoch auf Schärfe und so kommt dunkler Rettich, hauchdünn geschnitten, als Beilage zu Sushi auf den Teller.

Vermehrung

Ab Juni bis Ende September kann der Winterrettich direkt ausgesät werden und eignet sich sehr als Pflanze in Mischkulturen mit Karotten, Bohnen oder Tomaten. Vermehrte Blütenbildung kann durch eine niedrige Temperatur von fünf bis acht Grad Celsius über zehn bis zwanzig Tage erreicht werden. Zur Keimung benötigt der Winterrettich jedoch eine Temperatur zwischen 15° und 18° C. 

Klima

Winterrettiche sind einjährige Pflanzen mit violetter Blüte, dunkler Haut, jedoch weißem Fruchtfleisch. Sie bevorzugen halbschattige bis sonnige Standorte, gedeihen daher in unserem ausgeglichenen Klima hervorragend. Schwarze Rettiche gibt es in runden und länglichen Formen. Die längliche Variante kann bis zu 25 cm lang werden und bei guten Bedingungen ein Gewicht von 300 bis 500 Gramm erreichen.

Ernte 

Um eine Ernte vor dem ersten Frost zu ermöglichen, muss das Saatgut im Laufe des Juli ausgesät werden. Während der langen Entwicklungszeit von fast vier Monaten benötigten die Pflanzen vor allem im letzten Drittel des Wachstums viel Wasser. Ab Ende Oktober kann bis zum Frost mit der Ernte begonnen werden und durch die Einlagerung erfolgt optimal in feuchtem Sand. Durch die raue, feste Haut eignet sich Rettich gut für lange Transportwege und zählt wie Rüben und Karotten zu beliebten Lagergemüse.

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