Pimpinelle/Kleiner Wiesenkopf

lat. Sanguisorba minor

Englisch: Burnet

Schwachzehrer

Geschichte

Die Pimpinelle, lateinisch Sanguisorba minor, ist auch als Kleiner Wiesenknopf oder als falsche Bibernelle oder Pimpernelle bekannt. Sie gehört zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Pimpinelle sind mehrjährige krautige Pflanzen, die zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch wird. Im Boden bildet sie tiefe rot- bis dunkelbraune Pfahlwurzeln aus, die sich seitlich verzweigen.

Die Blätter der Pimpinelle haben eine fiedrige Form und eingesägte Blattränder. Die Blätter sind immer paarweise an einem runden hellgrünen bis bräunlichen Stängel angeordnet. Zur Blütenzeit zwischen Ende Mai und Mitte August bilden sich kugelförmige Blütenknöpfe. Jeder Blütenknopf besteht aus zahlreichen getrennt geschlechtlichen Blüten. Im oberen Teil sind die weiblichen rosa gefärbten Blüten. In der Mitte befinden sich einzelne zwittrige Blüten und im unteren Teil befinden sich die männlichen Blüten mit einem stark herunterhängenden Staubbeutel.

Nach der Blütezeit entstehen aus den Blüten becherartige Früchte, in denen sich mehrere bräunliche Samen befinden. Sowohl geschichtliches als auch kulturelles gibt es über die Pimpernelle nicht viel zu berichten.

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 3,5 g
Fett 0,8 g
Kohlenhydrate 5,0 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 3,0 g
Kalorien 42,0 kcal / 176,0 kJ

Gesundheit

Die Blätter der Pimpinelle werden als Küchenkraut benutzt. Ihr Geschmack ist sehr würzig, nussig mit einem leicht gurkenähnlichen Aroma und einer bitteren Unternote. Das Aroma ist intensiver, wenn die Pflanze nicht blüht. Da die Blätter der Pimpinelle durch Erhitzen an Aroma verlieren, sollten sie immer ungekocht genutzt werden. Als kulturelles Wissen lässt sich vielleicht sagen, dass die Pimpinelle eine Hauptzutat zu der bekannten Frankfurter Sauce ist.

Die Pimpinelle wird nur selten in der Pflanzenheilkunde benutzt. Sie hat aber interessante Inhaltsstoffe, die die Gesundheit fördern können. Durch die in ihre enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine ist sie sehr gesund. Als geschichtliches Wissen kann gesagt werden, dass die Pimpinelle in alten Kräuterbüchern als Heilpflanze beschrieben wurde. Es sind aber nur wenige Anwendungen bekannt. Im Kräuterbuch von Matthioli wird Pimpinelle gegen Menstruationsbeschwerden und Fisteln empfohlen.

Obwohl Pimpinelle in der modernen Naturheilkunde kaum Anwendung findet, verfügt sie über einige wichtige Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe und ätherische Öle. Die Pimpinelle hat die folgenden Heilwirkungen: Sie löst Krämpfe, hemmt Entzündungen, fordert die Verdauung und wirkt tonisierend und entwässernd.

Die Wirkstoffe der Pflanze werden für die Linderung folgender Beschwerden und Krankheiten eingesetzt:

  • Beschwerden in Magen und Darm, wie Durchfall und Blähungen
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Problemen mit dem Stoffwechsel
  • Bei Beschwerden mit der Haut und bei Sonnenbrand

In der Volksmedizin werden die Blätter und die Wurzel verwendet. Pimpinelle wird meist als Tee verabreicht oder es wird ein Sud aus den Wurzeln der Pflanzen hergestellt. Es sind nur wenige Rezepte oder Anwendungsempfehlungen zur Einnahme von Pimpinelle bekannt. In der Volksmedizin werden sowohl die Blätter als auch die Wurzel verwendet. Die hauptsächlichen Darreichungsformen sind ein Tee aus den Blättern sowie ein Sud aus den Wurzeln der Pflanze.

Vermehrung

Da die Pimpinelle als Gewürzkraut an Beliebtheit gewinnt, werden im Handel verstärkt Saatgut und auch Frischpflanzen angeboten. Das Saatgut wird von Anfang April bis Mitte Juni ausgesät. Die Keimtemperatur beträgt mindestens 15 Grad Celsius. Die Samen werden ins Freiland gesät und nur leicht angedrückt, da die Pimpinelle ein Lichtkeimer ist.

Für eine Kultur im Topf ist die Pimpinelle weniger geeignet, es sei denn der Topf ist sehr tief, um den Wurzeln ausreichend Platz für die Entwicklung zu geben.

Klima

Als heimische Pflanze ist die Pimpernelle an das Klima in Mitteleuropa gewöhnt. Sie bevorzugt nährstoffarme, eher trockene Standorte. Es müssen keine Überwinterübungsmaßnahmen erfolgen. In vielen Fällen überdauert die Pflanze sogar als Halbrosette, die auch im Winter grün bleibt.

Ernte

Die Blätter der Pimpinelle sollten immer frisch verwendet werden. Sie sind zum Trocknen nicht geeignet, da dadurch die meisten Aromen verloren gehen. Pimpinelle, die nicht verbraucht wird, kann zerkleinert und in eine kleine Dose oder Tüte gegeben werden und im Kühlschrank bis zu einer Woche aufbewahrt werden. Eingefroren hält das Kraut bis zu einem halben Jahr.

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