Pastinaken – Tender and True

lat. Pastinaca sativa

Englisch: Parsnips

Mittelzehrer

Geschichte

Der Pastinak oder die Pastinake (Pastinaca sativa) gehört zur Gattung der Pastinaken (Pastinaca) in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Sorte „Tender and True“ ist eine alte, englische Sorte mit einem angenehmen, leicht süßlichen Geschmack. Als kulturelle Informationen sei gesagt, dass die Pastinake vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt in Deutschland zum Gemüse des Jahres 2011/12 gewählt wurde. Geschichtliches Wissen über die Pastinake ist, dass sie schon im Römischen Reich eine beliebte Gemüseart war und bis ins 18. Jahrhundert in jedem Garten zu finden war. Dann wurden sie von Kartoffeln und Möhren verdrängt. Dank dem Biolandbau wurde sie wiederentdeckt.

Pastinaken sehen ähnlich aus wie die Wurzeln der Petersilie. Ihre Rüben sind jedoch länger und dicker. Die Pastinake ist eine zweijährige Pflanze, die schon im ersten Jahr eine Rübe entwickelt. Die Pastinaken bilden Blütendolden auf einem bis zu 120 Zentimeter hohen Stiel aus. Diese bilden sich meist im zweiten Jahr. Die Blätter der Pastinake sehen den Sellerieblättern sehr ähnlich. Sie besitzen eine ein- bis zweifache Fiederung mit bis zu sieben Fiederpaaren. Die Rübe ist etwa sechs Zentimeter dick und ist gelblich-weiß. Sie kann 40 cm lang werden und 1,5 kg wiegen.

Als Geschichtliches und Kulturelles Wissen zählt auch, dass die Pastinake schon lange der menschlichen Ernährung dient. Bei den Römern gehörte sie zu den beliebtesten Wurzelgemüsen. Karl der Große schrieb den Anbau von Pastinaken vor. Während der Pestepidemie im 14. Jahrhundert wurde der Saft der Pastinake als Heilmittel eingesetzt. Im Mittelalter war die Pastinake wegen ihres Gehalts an Stärke ein wichtiges Nahrungsmittel. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war die Pastinake in Deutschland und Österreich ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In den USA, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Ungarn und in Skandinavien ist sie noch heute als Gemüse und Würzpflanze beliebt. In den USA wurde die Pastinake schon 1609 in Virginia und 1629 in Massachusetts angebaut.

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 1,3 g
Fett 0,4 g
Kohlenhydrate 12,1 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 2,1 g
Kalorien 64,00 kcal / 266,0 kJ

Gesundheit

Die Pastinake hat einen viermal so hohen Gehalt an Fasern, Kalium, Protein und Vitamin C als die Karotte. Sie enthält einen hohen Anteil an Stärke. Die ganze Pflanze enthält außerdem Berapten, Xanthotoxin und Imperatorin. Die Früchte enthalten viel ätherisches Öl und Calciumoxalat. Die Pastinake regt den Appetit an und wirkt außerdem harntreibend. Bei Sonnenschein können beim Umgang mit den Pastinaken auf der Haut Photo-toxische Reaktionen auftreten.

Diese werden durch die ätherischen Öle verursacht. Außerdem kann eine Wiesengräserdermatitis durch die enthaltenen Furocumarine auftreten. Die Wurzeln der Pastinake werden in der Küche als Püree oder Cremesuppe verarbeitet. Die Wurzeln schmecken süßlich-würzig und teilweise herb. Weil Pastinaken einen geringen Nitratgehalt haben, werden sie auch als Gemüsebrei für Babys in Gläschen verkauft.

Vermehrung

Wer selbst Pastinaken im Garten pflanzt, kann eigenes Saatgut gewinnen. Für die Samenernte benutzt man zweijährige Pflanzen, deren Dolden die größten und keimfähigsten Samen heranbilden. Die Dolden werden geerntet, wenn sie gelb oder hellbraun verfärbt sind. Der Samen muss dann einige Tage trocknen. Wenn er trocken ist, wird er bis zur Aussaat im Frühjahr in einer Tüte trocken, kühl und dunkel aufbewahrt. Auch bei der Gewinnung von Saatgut solltest du mit der Pflanze vorsichtig umgehen, um Hautreaktionen aufgrund der toxischen Inhaltsstoffe der Pflanzen zu vermeiden.

Klima

Die Pastinake wächst in Mittel- und Südeuropa. Die wilde Pastinake ist sehr widerstandsfähig und winterhart im Gegensatz zu den Kultursorten.

Ernte

Die Wurzeln der Pastinake werden ab Oktober bis zum ersten Frost geerntet. Die Wurzeln werden eingelagert wie Möhren, damit sie unabhängig vom Wetter benutzt werden können. Sie sollen bei 0 Grad Celsius und bei einer Luftfeuchtigkeit von 97 Prozent gelagert werden, damit ein Feuchtigkeitsverlust vermieden werden kann.

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