Knollenfenchel – Selma

lat. Foeniculum vulgare var. azorecum

Englisch: Bulbous fennel

Mittelzehrer

Geschichte 

Der Knollenfenchel war ursprünglich im Mittelmeerraum und Vorderasien beheimatet. Die Römer brachten diese Pflanzen auf ihrem Eroberungszug durch Mitteleuropa bis in den Norden des Kontinents. Schließlich wurde das Gewächs in den Klostergärten kultiviert und diente als Heilkraut. Durch sein mild-würziges Aroma fand der Knollenfenchel im 19. Jahrhundert auch seinen Weg in die mediterrane Küche. Vergleichbar ist dieser Doldenblütler mit Dill, Sellerie, Kümmel oder Petersilie. Diese Pflanzen gelten als geschichtliches und kulturelles Erbe der Menschen in Europa. 

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 1,3 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 2,8 g
         davon Zucker 2,5 g
Ballaststoffe 1,9 g
Kalorien 18,0 kcal / 76,0 kJ

Gesundheit

Die Römer setzten Fencheltee im Falle von Blasen- und Nierenleiden oder bei Verdauungsstörungen ein. Später erkannten die Mönche seinen Nutzen in der Frauenheilkunde. Selbst zum Schutz gegen Aberglauben wurde das Gewächs eingesetzt. Zurückzuführen ist dies laut diverser Informationen auf seine beruhigende und entspannende Wirkung. 

Vermehrung 

Der Knollenfenchel ist sehr anspruchsvoll. Dieses einjährige Gewächs lässt sich im Gewächshaus zwar schon im Januar kultivieren, die Aussaat im Freien sollte jedoch erst bei milden Temperaturen, bis spätestens Mitte Juni erfolgen. Der Abstand ist mit 25 cm von Pflanze zu Pflanze einzuhalten und der Boden vorher mit reifem Kompost zu bearbeiten. Im Durchschnitt werden die Pflanzen 50-80 cm hoch. Vorsicht ist bei Schnecken geboten. Wird das Saatgut einfach ausgestreut, fressen Schnecken die jungen Sprösslinge. Die Ernte fällt entweder komplett, oder mit erheblichen Einbußen aus! 

Klima 

Zu lange und heiße Sommertage führen zu langen, platten Knollen und Schosser Blüten. Das lässt sich durch genügend Schatten verhindern. Die Pflanzung vor einer Hauswand, die nachmittags nicht mehr durch Sonneneinstrahlung aufgewärmt wird, ist optimal. Die Kultivierung im Gewächshaus stellt kein Problem dar. Der Knollenfenchel ist außerdem nicht frostresistent.

Ernte 

Sein geschichtliches und kulturelles Erbe lässt sich am Besten in der Küche erleben. Die zarten und schneeweißen Knollen bildet der Knollenfenchel ca. 14 Tage vor der Ernte aus. Sind diese Knollen zu sehen, gilt es die Tage zu zählen und die Vorfreude steigt. Laut Informationen zahlreicher begeisterter Hobbygärtner ist der optimale Zeitpunkt erreicht, wenn die Knolle sehr dick ist und dem Gewächs keinen Spielraum mehr zum weiteren Wachstum bietet. Die Knolle sollte dann etwa faustgroß sein. Zwischen Aussaat und Ernte vergehen ungefähr 3-4 Monate.

X