Borretsch/Gurkenkraut

lat. Borago officinalis

Englisch: Borage

Schwachzehrer

Geschichte 

Geschichtliches ist zum Borretsch nicht sehr umfangreich bekannt. Der Borretsch oder besser, dass Borretsch-Gurkenkraut kommt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und gehört zu den Kräutergewächsen. Informationen zufolge fand es bei den Griechen und Römern bereits in der Antike sowohl in der Küche als auch in der Medizin großen Anklang. Dieses Gurkenkraut fand im Mittelalter seinen Weg in die Kloster- und Bauerngärten Mitteleuropas. Wild ist Borretsch auf nährstoffreichen Wiesen anzutreffen. Damit gehört es zu den Pflanzen, die ein kulturelles Erbe der Menschen in Europa darstellt. 

Ernährung

Nährwerte Pro 100 g
Eiweiß 1,8 g
Fett 0,7 g
Kohlenhydrate 2,1 g
         davon Zucker
Ballaststoffe 5,3 g
Kalorien 33,0 kcal / 138,0 kJ

Gesundheit 

In der Antike wurden im Grunde alle Teile dieser Pflanzen verwertet. Die Blüten wurden beispielsweise mit Zucker in einem Mörser zerstoßen und bei hohem Fieber roh verspeist. Um dem Körper Giftstoffe zu entziehen, wurden die Wurzeln zerrieben, gekocht und als Suppe serviert. In einigen überlieferten Varianten kamen die Blätter dazu. Das Gurkenkraut ist damit ein geschichtliches und kulturelles Heilmittel. Nach heutigen Informationen der Schulmedizin wird von der Verwendung als Heilpflanze jedoch abgeraten. 

Vermehrung 

Borretsch formt einsamige Nussfrüchte aus. Für Folgezuchten ist das Saatgut ganzjährig geeignet. Es wird 1-3 cm in die Erde gedrückt. Allerdings bildet dieses Gurkenkraut sehr viele Samen aus. Unkontrolliert breitet es sich sehr stark aus und überwuchert andere Gewächse im Garten. Vergleichbar ist dies mit Brombeerbüschen. Die Wurzeln dringen ähnlich tief ins Erdreich ein, bilden jedoch starke Ausläufer aus. Wer nicht aufpasst, hat viel Arbeit. Da ist Vorsicht geboten! 

Klima 

Bei Topfkultivierung ist das Saatgut nur einmal im Frühjahr zu düngen. Voraussetzung ist ein Erdreich von guter Qualität. Der Topf sollte allerdings dem Wurzelwerk gerecht werden und tief sowie bauchförmig sein. Auf Trockenphasen ist die Pflanze nicht eingerichtet. In heißen Sommern kann mehrmaliges Gießen am Tag erforderlich werden. Unbedingt zu vermeiden ist ein vollständiges Austrocknen der Erde. Wer mehrere Gewächse kultivieren möchte, muss auf entsprechenden Abstand achten. 
Zu den frostresistenten Gewächsen gehört Borretsch nicht. Indoor kann dieselbe Pflanze oder deren Ableger das ganze Jahr überstehen. 

Ernte 

Zwischen Mai und September bildet die Pflanze strahlende Blüten von Blau bis Violett aus. In dieser Zeit schmecken die Blätter frisch geerntet und zerrieben hervorragend in Kräuterquarks. Die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind vielfältig.

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